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Fischen an der Drau bei Oberdrauburg
                                                                                                                                       geschrieben von Hans und Dieter

Die Drau in Kärnten ist bestimmt super, nur hatten wir, Andy, Rainer ,MathiasAn der Drau (77), Hans und ich das Pech oder auch das Glück des zu schönen Wetters bei unserer herbstlichen Fischerei an der Drau bei Oberdrauburg vom 4. bis 7. Oktober.

Bei bis zu 27 Grad Celsius Lufttemperatur  – natürlich an der  Sonne –  war also Schwitzwetter in den Wathosen angesagt, wenn zeitweise auch ein kühler, zum Teil in den späteren Abendstunden etwas stärkerer Wind uns durch die Leinen blies

Der starke Fluss führte aufgrund der hohen Temperaturen noch einiges an Schmelzwasser aus den Felbertauern mit. Daher war das Wasser über die Fischertage hinweg milchig trübe, doch sobald die Sonne voll durchkam mit einem herrlich azurfarbenen Ton versehen.
Zeitweise, beim nachmittäglichen Schwellbetrieb um 14 - 15 Uhr rum, relativ hoch und dann mit einer stärkeren Strömung. Ein Waten über Kniehöhe wäre da auf jeden Fall für mich und Hans etwas zu gefährlich geworden.
 
Ich habe meistens mit einer grünen 12er und 14er Goldkopfnymphe mit Grizzly-Hechelkranz gefischt. Dies total entgegen den Ratschlägen unserer Anglerkollegen die uns kleinere Nymphen und Fliegen mit Hakengröße 16 empfohlen hatten.
Mit meinen „Wiesentäler“ Größen und Muster hatte ich schon am ersten Tag zwei ganz gewaltige Bisse gehabt.
Leider konnte ich jedoch die Fische nicht halten. Ob die Ursache bei der starken Strömung, bei meinen Nerven, der Rute oder der Bremse lag, kann ich bis heuteAn der Drau (8) nicht definitiv beantworten.

 Auf jeden Fall haben mir hinterher die Knie etwas geschlottert.
Das erste Mal hat sich ein Brocken  - sicherlich eine kapitale Äsche -  mit weißem Bauch, rosa Flecken an der Oberfläche gewälzt ...kurzer heftiger Drill ... und weg war sie oder er.
Petri... Heilix... Blechli…
Lächelnd sagte ich mir, es sei ihm gegönnt - das nächste Mal dann.
Gleiche Stelle, dieselbe Nymphe, nächster Wurf und es erfolgte ein vehementer zweiter Biss. Dem Zug an der Rute nach ein ähnliches Kaliber. Den Durchmesser des Körpers oberhalb der Bauchflossen schätzte ich auf 15 - 20 cm. Also ein ordentliches Trumm an Aesche oder Forelle.
Jedoch wieder nur angeklopft, ausgestiegen und verabschiedet -  so sollte und darf es nicht weitergehen…jedoch ein herrlicher erster Tag an der Drau,“dem Luader“ ging so zu Ende.
 

an der Drau (68)
Die beiden Bisse und Drills hatte ich oberhalb des Marktes Oberdrauburg an einer leichten Biegung mit einer schönen Kiesbank im Rücken und einem langen, für die Nymphenfischerei idealen Gumpen.
Dort am Ende dieses fischverdächtigen Gumpens, wo hinter der auslaufenden Schotterbank die beiden Wasserläufe kurz vor einer Steinbuhne wieder zusammenfließen.

Immerhin konnten Hans und ich dort auch eine 42er und 40er Äsche landen, neben einigen kleinen Regenbogenforellen. Eine große Äsche ist nach langem Drill dem Hans kurz vor dem Kescher abgekommen. Gebissen hat diese auf ein Rehhaar-Sedge auf 12er Haken gebunden!
Hans meinte dabei, dass er eigentlich nur wegen dieser schönen Äschen hierher gekommen ist. Forellen kann er an der „Wiese“ in Zell, seinem geliebten Heimatfluss zur Genüge fangen.

Gegenüber "unseres Pooles" mündet nach dem Wald in einer kleinen Bucht der Lahnerbach. Dort sahen wir den Günter Meng, eine Fischerbekanntschaft aus der Kölner Gegend, seine Nymphen ins Wasser tauchen. Eine aus meiner Sicht ebenfalls fischige Stelle, die wir gemeinsam in den nächsten Tagen angehen wollen. Ich mag solche vielversprechenden Bachausläufe und die anschließenden Gumpen.

An anderen Stellen war das Ufer für mich nicht so optimal, um einigermaßen sicher gehen zu können.

An der Drau (13)Unsere Fischerfreunde Mathias, Rainer und Andy hatten am ersten Tag einige Forellen, auch große mit über 50 Zentimetern sowie einige Äschen gefangen.
Hauptsächlich wurden diese von unserem Äschenspezi Mathias mit einer rosaroten 16er Nymphe mit einem schwarzen Tungstenkopf präpariert, überlistet. Er kannte sich etwas aus an der Drau, da er schon mehrere Mal hier seinen Fischerurlaub verbrachte.

Jedoch der von uns erwartete Coup, mit einer 60er Äsche, wurde nicht gelandet.

Die Abendessen im lauschigen Nebenzimmer im Pontiller, die entspannte Atmosphäre mit den Kollegen, die Erzählungen, dass ihnen auch einige Fische auf diese Art „abhanden“ gekommen sind, zeigten mir, dass eben auch bei den Fischerfreunden nur mit „Drauwasser“ gekocht, ich meine natürlich gefischt, wird.

Nach den Abendessen kamen unsere Bindeausrüstungen auf den Tisch und es wurden neue Fliegen-Nymphen-Muster in allen Farben kreiert. Mathias an der Drau (82)hatte mit einem Rosapupperl gut gefangen, wir mit einer giftgrünen Nymphe. Rainer und Andy hatten Erfolg mit Ameisenimitationen.

Die Bisse waren sehr schwierig zu erkennen, waren aber  - so die Aussage von uns allen -  zweifelsfrei und massig vorhanden.
Wichtig waren sicher die unterschiedlichen Bißanzeiger, welche zeitweise aber von den Wassermassen geradezu verschlungen, und wenn nicht groß genug, kaum sichtbar waren.

Trocken ging auch einiges, aber komischerweise eher größere Fliegen.
Eine Forelle eher mittelmaßig, konnte ich mit einem „Dave Hopper“ der Größe 12 (ein furchtbar aussehendes gelbes Etwas aus Amerika ) über den Kescher führen.
Man probiert ja so alles mal durch, wenn die Fische die angebotenen Fliegen schon in der Mehrzahl kennen und teilweise mit den Namen ansprechen. So hat man an einigen Streckenabschnitten zumindest den Eindruck.


An der Drau (70)
Was auch gut gehen soll, waren dann Nymphen mit „pinkfarbenem Tungsten" -  verrückt! ... oder reihen sich denn die österreichischen Salmos unter Wasser in eine Love-Parade ein?

Was uns schon am zweiten Tag auffiel waren die großen Schwärme von Köcherfliegen, die beim Berühren der Sträucher in Myriaden aufstiegen. Drau-Köcherfliegen ?...Sedge??..

Ist es das, was die Drau-Äschen zum Steigen bringt?
Ein Blick in die Fliegendosen zeigte uns: Diese Sorten
hatten wir nicht dabei.
Also Binden? Oder kaufen?




Dies war sicher mit ein Grund, dass meine Kollegen am Mittwoch ins nahe gelegene Lienz aufbrachen, an der Drau (43)um, wie sie mir erzählen wollten, einige Fehlbestände an Material ?? unbedingt auszugleichen. Gleichzeitig wollten sie die Ausstellung von Berno & Ilse Schober, Inhaber des „Fischerhäusl an der Isel“ in der Färbergasse besichtigen.
Wie sie mir danach berichteten, eine sehr sehenswerte Ausstellung mit von Berno selbst präparierten Fischen von den Traumäschen über 60 cm angefangen bis zu den riesigen Welsköpfen, alle in einem hervorragenden Zustand in den separaten Glasvitrinen anzuschauen.
Eine Ausstellung, die man bei einem Besuch in der Dolomitenstadt Lienz unbedingt besuchen muss. Ebenfalls sehenswert sind die tausenden von Berno Schober selbstgebundenen Fliegen, alle wunderschön auf Styropor-Kugeln drapiert -  und, so konnten wir erfahren, mit fast hundertprozentiger Fanggarantie an den Wassern der Großen Drau.
Wenn, ja wenn sie sich nicht gerade wie ein „Luader" benimmt und ihre prächtigen Äschen für sich behält.


an der Drau (84)
A m D onnerstag verabredeten wir uns für die Mittagszeit zu einer Pause in der Buchenschenke Fröschlbauer in Oberpirkach. Ein Geheimtip von unserem Youngster Mathias. Es ist zu empfehlen nach dieser Jause unbedingt eine längere Zimmerstunde einzulegen.
Dies hat uns Mathias wohlweislich verschwiegen.

Sicher waren wir nicht das letzte Mal an der Drau, zumal die Unterkunft gut und das Essen mehr als ausreichend und schmackhaft war.

Besonders die Nachtische mit Palatschinken haben es uns beim abendlichen Festessen angetan.
Dies ließ uns auch die Lust auf die badischen Spätzle etwas vergessen.

          

Beste Grüße, die Fahrgemeinschaft Hans und Dieter

Ein enormes Sedges-Aufkommen an der Drau    

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